Mikrobiologische Diagnostika und Hygienekontrolle

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VRE / HLARE-Agar

zur Isolierung und Identifizierung von Vancomycin-/HL Aminoglycosid-resistenten Enterokokken

Enterokokken sind Bestandteil der natürlichen Dickdarmflora des Menschen. Als Krankheitserreger spielen vorwiegend Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium eine Rolle. Diese fakultativ pathogenen Bakterien können nosokomiale Infektionen auslösen,
z. B. Harnwegs- und Wundinfektionen, Sepsis sowie Endokarditiden.

Enterokokken sind aufgrund ihrer spezifischen Bindeproteine wenig empfindlich gegenüber Penicillinen (schwache Bakterizidie). Zudem weisen sie eine intrinsische Resistenz gegenüber Chinolonen, Aminoglykosiden, Cephalosporinen etc. auf. Dennoch ist das Mittel der Wahl für eine Antibiotika-Therapie Ampicillin.

Bei lebensbedrohlichen Infektionen, etwa bakterieller Endokarditis, ist die Kombination von Ampicillin und Gentamycin indiziert. Dabei wird der Synergismus zwischen den beiden Substanzen ausgenutzt. Vermehrt treten jedoch resistente Enterokokken-Stämme auf. Klinisch relevant sind Ampicillin/Gentamycin- und Vancomycin-resistente Keime. Ampicillin-Resistenz ist insbesondere unter E. faecium weit verbreitet. Vor Behandlungsbeginn ist es daher unerlässlich, den Resistenzstatus des betreffenden Enterokokken-Isolats zu bestimmen. Nur so ist eine effektive Therapie - ggf. unter Verwendung anderer Antibiotika, z. B. Linezolid - möglich.

High-Level Aminoglycosid-resistente Enterokokken (HLARE)

Aminoglykoside alleine sind gegen Enterokokken unwirksam. Nur in Kombination mit Ampicillin kommt es zur synergistischen Wirkung und zu guter klinischer Wirksamkeit. Eine Ausnahme bilden die sogenannten "High-Level" Aminoglykosid-resistenten Stämme. Die minimale Hemmkonzentration für Enterokken-Stämme mit "High-Level" Gentamycin-Resistenz (GRE) liegt bei > 512 mg/l. Eine Kombinationstherapie mit Ampicillin und Gentamycin ist dann sinnlos. Deshalb muss bei einer Enterokokken-Infektion geklärt werden, ob es sich um "High-Level" ARE handelt.


Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE)

Das Glykopeptid-Antibiotikum Vancomycin wird im Rahmen der Kombinationstherapie anstelle von Ampicillin eingesetzt, wenn eine Ampicillin-Resistenz vorliegt, die auf einer Veränderung der Bindungsproteine beruht. In einigen Gebieten Deutschlands sind schon über 10% der Enterokokken-Isolate von stationär behandelten Patienten Vancomycin-resistent. In den USA beträgt der Anteil an VRE auf den Intensiv-Stationen bereits 30%. VRE stellen damit ein eklatantes Problem dar, vergleichbar mit der MRSA-Problematik. Vor Therapiebeginn ist eine Prüfung auf Vancomycin-Resistenz nötig. Gegebenenfalls muss ein alternatives Antibiotikum eingesetzt werden.


medco VRE / HLARE-Agar

medco VRE/HLARE-Agar ist ein Selektivnährboden für Enterokokken. Die Keime werden anhand ihrer Fähigkeit zur Aesculin-Spaltung, die eine Braunfärbung des Mediums bewirkt, identifiziert.
Die Petrischale mit dem VRE/HLARE-Agar ist zweigeteilt. Eine Hälfte der Doppelplatte enthält Vancomycin, die andere das Aminoglycosid Gentamycin. So kann in einem Arbeitsgang auf Vancomycin- und auf Gentamycin-resistente Enterokokken geprüft werden. medco VRE / HLARE-Agar ist damit ideal für die Durchführung von Untersuchungen im Klinikbereich geeignet.


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Produkt Artikel-Nr. Packungseinheit Haltbarkeit
VRE / HLARE-Agar 510509 20 Platten 2 Monate